Abmahnung bei Azubis

4. September 2015

Ihr Azubi kommt ständig zu spät oder ist unfreundlich zu Ihren Kunden? Das müssen Sie nicht einfach so hinnehmen. Wenn Ihr Betriebsablauf durch das Fehlverhalten Ihres Auszubildenden erheblich gestört wird, dürfen Sie eine Abmahnung erteilen. Die Abmahnung hat eine Rüge- und Warnfunktion. Sie geben Ihrem Azubi damit die Gelegenheit sein Verhalten zu ändern, um eine Kündigung zu vermeiden.

Gründe für eine Abmahnung

Neben der Unpünktlichkeit sind das unentschuldigte Fehlen in der Berufsschule oder respektloses Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden weitere Gründe für eine Abmahnung. (http://www.abmahnung.org/ausbildung/) Fehlende oder verspätete Krankmeldungen sowie ein nicht ordnungsgemäß geführtes Berichtsheft können ebenfalls zu einer Abmahnung führen.

Wie muss eine Abmahnung aussehen?

Grundsätzlich kann eine Abmahnung formlos erteilt werden, d.h. sie kann auch mündlich ausgesprochen werden. Aus Beweisgründen ist es aber besser, die Abmahnung schriftlich und sehr konkret zu verfassen. Falls es zu einer Kündigung kommt, haben Sie dann einen schriftlichen Beweis für die erteilte Abmahnung.

Die Abmahnung muss unbedingt die folgenden drei Bestandteile enthalten:

  • Nennen Sie den Grund der Abmahnung mit konkreter Zeit- und Ortsangabe
  • Weisen Sie darauf hin, dass dieses Verhalten in Ihrem Unternehmen nicht geduldet wird
  • Definieren Sie die Konsequenzen, wenn der Auszubildende sein Verhalten nicht ändert

Formulieren Sie die Abmahnung ganz konkret. Eine schwammige Umschreibung wie „der Auszubildende ist nicht zuverlässig“ reicht nicht. Dokumentieren Sie „der Auszubildende erschien an folgenden Tagen zu spät am Arbeitsplatz“ und listen dann die entsprechenden Daten auf. Weisen Sie anschließend darauf hin, dass ein weiteres Fehlverhalten zu einer fristlosen Kündigung nach § 22 Berufsbildungsgesetz führen kann.

Welche Rechte hat der Azubi?

Wenn der Ausbilder mindestens zwei Abmahnungen erteilt hat, die sich auf das gleiche Fehlverhalten beziehen, kann er eine fristlose Kündigung aussprechen. Der Auszubildende sollte daher umgehend auf jede Abmahnung reagieren. Ist die Abmahnung gerechtfertigt, muss er sein Verhalten ändern. Möglicherweise fühlt sich der Auszubildende aber zu unrecht abgemahnt. Dann sollte er – möglichst auch in schriftlicher Form – Widerspruch gegen die Abmahnung einlegen. Doch bevor es zu arbeitsrechtlichen Schritten kommt, sollten beide Parteien das persönliche Gespräch suchen. Möglicherweise lässt sich auf diesem Wege eine friedliche Lösung finden.

Haben Sie Fragen hierzu oder zum Arbeitsrecht insgesamt? Rechtsanwalt Arbeitsrecht in Heilbronn und Heidelberg – gerne für Sie da!



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