Abmahnung – Sinn und Zweck

20. Juli 2015

Eine Abmahnung ist neben der Kündigung das gefürchtetste Instrument. Dabei ist die Abmahnung zuerst mal ein klarer Warnschuss.

Die Abmahnung kann den Weg zur Kündigung ebnen, sie kann aber auch als Mittel zur Verhaltensänderung des Arbeitnehmers eingesetzt werden. Auf alle Fälle ist eine Abmahnung immer eine klare Unmutsäußerung. Geregelt ist die Abmahnung im BGB § 314 Abs. 2 . Die Abmahnung ist für die verhaltensbedingte außerordentliche Kündigung gedacht.

Eine Abmahnung ist eine klare Warnung – wird das Verhalten nicht geändert folgt die Kündigung. Die Kündigung selber ist dabei der letzte Schritt. Eine Abmahnung ist jedoch entbehrlich, wenn das Vergehen so schwer wiegt, dass der Arbeitnehmer wissen konnte, dass das Verhalten zur Kündigung führt. Ebenfalls als entbehrlich gilt eine Abmahnung, wenn das Vertrauensverhältnis durch das Verhalten nachhaltig und unwiderruflich erschüttert ist.

Die Abmahnung selber hat einerseits eine Dokumentationsfunktion. Pflichtverstöße gelten damit als vom Arbeitgeber nicht nur dokumentiert, sondern angemahnt. Andererseits soll und muss dem Arbeitnehmer klar sein, dass er wirklich dringend sein Verhalten ändern muss oder ein schwerer Regelvorstoß aus Sicht des Arbeitgebers vorliegt. Zudem ist die Abmahnung eine klare Androhung für weitere arbeitsrechtliche Konsequenzen sollte sich das Fehlverhalten wiederholen.

Eine Abmahnung muss aus vier Elementen bestehen:

Konkrete Formulierung der Beanstandung. Eine konkrete Formulierung, gegen was der Arbeitgeber verstoßen hat, also zum Beispiel ein Hinweis auf den Arbeitsvertrag mit Benennung des entsprechenden Paragrafen. Aufforderung inskünftig das gerügte Verhalten zu unterlassen. Und die Androhung im Wiederholungsfall von weiteren arbeitsrechtlichen Schritten bis hin zur Kündigung.

Andauernd Abmahnungen zu schreiben bringt nichts – schreibt ein Arbeitgeber eine Abmahnung, muss er im Wiederholungsfall auch Konsequenzen ziehen. Ewig abzumahnen bringt im Regelfall nichts und die Wirkung der Abmahnung verpufft irgendwann. Bei einer ungerechtfertigten Abmahnung kann sich ein Arbeitnehmer an den Betriebsrat wenden oder Einspruch beim Arbeitgeber einlegen. Sollte die Abmahnung ungerechtfertigt sein, kann auch eine Klage zur Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte angestrebt werden.

Fragen zum Arbeitsrecht? Als Anwalt für Arbeitsrecht stehe ich Ihnen in Heilbronn und Heidelberg gerne zur Verfügung.



Schlagwörter:

Kanzlei Heidelberg

Heinrich-Neu-Straße 2
69123 Heidelberg
Tel: 06221 75 97 51 2
Karte auf Google Maps

Kanzlei Heilbronn

Roßkampffstraße 8
74072 Heilbronn
Tel: 07131 88 76 777
Karte auf Google Maps