Angst vor neuen Arbeitswelten?

26. August 2015

Die renommierte Onlinezeitschrift heise.de fragt in einem Artikel rein rhetorisch, was denn nun aus all den Büros wird, wenn sie verweisen – neue Arbeitsmodelle scheinen mancherorts die Menschen zu verunsichern.

Dabei sind neue Arbeitsmodelle auch immer eine Chance – eine Chance zu mehr Verantwortung – aber auch eine Chance zu mehr Freiheit. Im letzten Jahr hat die Firma Microsoft Deutschland beispielsweise die Anwesenheitspflicht in den Büros abgeschafft. Wer will, kann von zu Hause oder „einer Palme am Strand“ o.ä. aus seinen Beruf bei Microsoft Deutschland ausüben.

Es gibt in Zeiten, in welchen das Internet immer mehr in den Mittelpunkt des Lebens und auch der Arbeitswelt rückt, viele Berufe, in welchen eine persönliche Anwesenheit des Arbeitnehmers in der Betriebsstätte des Arbeitgebers nicht erforderlich ist. Vom Buchhalter über die einfache Sachbearbeiterin bis zum Konstrukteur oder Pressemitarbeiter, dem Programmierer sowieso. Die Kunden des Arbeitgebers merken, wenn sie anrufen, ohnehin schon nicht mehr, wo sie nun gelandet sind bzw. von wo aus der Ansprechpartner, mit welchem sie gerade sprechen, mit ihnen redet – moderne Telefonanlagen liegen in einer Cloud, Telefonie funktioniert danach wie alles andere in der Arbeitswelt auch via Internet und der Anruf kann an irgendeinen Ort gehen oder von dort ausgehen, ohne dass dies zu irgendeiner zeitlichen oder sonstigen Unterbrechung führt. Ruft man eine Firma X an, so landet man nicht selten beim Kundenberater, der woanders, vielleicht sogar zu Hause, sitzt und nicht im Büro bei der Betriebsstätte des Unternehmens.

Aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht sparen die Unternehmen damit auch sehr viel Geld. So benötigen Mitarbeiter, die nicht in der Betriebstätte des Unternehmens selber, sondern von sonst wo, beispielsweise von zu Hause aus, arbeiten, keinen persönlichen Arbeitsplatz in der Betriebsstätte mehr – die Einrichtung eines Desktops, der je nach Anwesenheit im Unternehmen von jedem Mitarbeiter verwendet werden kann, genügt. Der persönliche Arbeitsplatz des einzelnen Mitarbeiters mit seinen persönlichen Sachen steht nunmehr regelmäßig auch im eigenen Haus und es wird von dort aus gearbeitet. Die Arbeitgeber können so erhebliche Büroflächen einsparen, auch die Reinigungsfachkräfte haben entsprechend weniger Quadratmeter zu putzen – Quadratmeter, die Geld kosten und so eingespart werden können.

Auch die Firma Siemens lässt Mitarbeiter im großen Stil von zu Hause aus arbeiten – zwischen 20 und 80 Prozent. Nach Auffassung von Siemens geht es zwar auch in nicht unerheblichem Maße um den Austausch mit und unter den Kollegen – dieser kann jedoch auch bequem via Internet u.ä. von zu Hause aus erfolgen. Unabhängig davon, ob Telesitzungen oder Einzelgesprächen, ob Chat oder Kameraanruf. Dies hat auch weitere Aspekte: Das Unternehmen spart auch Parkplätze, Kantinen und viele sonstige Kostenfaktoren mehr.

Zwar gibt es in der Bundesrepublik Deutschland nach der aktuellen Rechtslage noch keinen Anspruch auf beispielsweise ein Home-Office – anders wie beispielsweise in Holland.

Sicherlich wird man diese Entwicklungen jedoch berücksichtigen und anpassen und auch hierzulande die Rechtslage ändern.

Haben Sie Fragen hierzu oder zum Arbeitsrecht insgesamt? Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht in Heilbronn und Heidelberg – gerne sind wir für Sie da!



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