Arbeitgeber fordern EU-Arbeitszeitgesetz

7. August 2015

Die Digitalisierung macht nicht vor dem Internet halt. Das Internet der Dinge IoT steht vor der Türe und damit auch neue Arbeitsprozesse. Damit einhergehend ändern sich auch die Vorstellungen von der Arbeit, dem Arbeitsplatz und Arbeitszeiten.

Die starren Arbeitszeitregeln gehören nach Meinung von Arbeitgebern flexibilisiert, nur will der Gesetzgeber da nicht richtig mitziehen. Das Arbeitsgesetz wurde das letzte Mal 1994 überarbeitet. 8 Stunden maximale Arbeitszeit, mal in Ausnahmefällen auch 10 Stunden, die zwei Überstunden müssen allerdings so schnell als möglich ausgeglichen werden – nun fordern Arbeitgeber die Anpassung an das digitale Zeitalter und die Übernahme des EU-Arbeitsgesetztes.

Die Welt ist heute globalisiert, wenn es in Deutschland tiefste Nacht ist, ist woanders morgen. Dafür braucht es Personal, das dann arbeitet, wenn anderswo der Morgenkaffee genossen wird, ganz unabhängig davon, dass man in Deutschland geradezu schlafen geht. Ein digitales Umfeld bedeutet auch Kunden rund um die Uhr. Kurz gesagt, die Arbeitszeiten von 1994 tragen dem 21. Jahrhundert nicht mehr Rechnung.

Tausende von Menschen lesen ihre Geschäftsmail auch noch schnell am Abend oder beantworten einen Telefonanruf auf dem Smartphone beim Abendbrot oder am Wochenende. Dem, so finden Arbeitgeberverbände müsste das Arbeitsgesetz entsprechen.

Arbeitgeberforderung

Die Arbeitgeber fordern die Übernahme des EU-Arbeitsgesetzes mit einer maximalen wöchentlichen Arbeitszeit, jedoch ohne die Einschränkung eines starr formulierten 8 Stundentages. Es soll eine zulässige maximale Höchstarbeitszeit geben, aber ohne die Einschränkung wie viele Stunden pro Tag oder an welchen Tagen zu welchen Uhrzeiten diese abgeleistet werden.

Im Arbeitsgesetz von 1994 wird bis heute zum Beispiel der Sonntag als besonders geschützter Tag formuliert – dabei wird aber letztlich ignoriert, dass Millionen Menschen sehr wohl am Sonntag arbeiten. Der Sonntag war in einer christlichen Welt tatsächlich Hunderte von Jahren heilig, der arbeitsfreie Sonntag war jedoch in erster Linie der Kirche geschuldet. Am Sonntagmorgen ging man in die Kirche und dann zum Frühschoppen. Dies war sozusagen das bürgerliche Pflichtpensum der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. In einer digitalisierten Arbeitswelt muss die Familie deswegen nicht unbedingt am Wochenende auf die Familienmitglieder verzichten, Home-Office würde es jedoch erlauben auch mal am Sonntag für 2 Stunden zu arbeiten, ohne dass die Familie verzichten muss.

Was die Arbeitgeber fordern, ist nichts anderes als die Übernahme der EU-Arbeitsrichtlinien. Niemand soll allzeit verfügbar sein, aber die wöchentliche Arbeitszeit soll sich nicht über eine tägliche Arbeitszeitbeschränkung formulieren.

Als Anwalt für Arbeitsrecht stehe ich Ihnen in Heilbronn und Heidelberg gerne jederzeit zur Verfügung.

Quelle: Arbeitgeber



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