Dürfen Beschäftigte trotz Krankschreibung ausgehen?

29. Juni 2017

Viele Beschäftigte sind sich nicht ganz darüber im Klaren, was sie bei einer Krankschreibung überhaupt noch dürfen. Während einige Angestellte sich sicher sind, das Haus gar nicht erst verlassen zu dürfen, sind andere davon überzeugt, sogar in den Urlaub fahren zu können. Was aber stimmt nun wirklich?

Grundsätzlich gilt: Ist man von einem Arzt krankgeschrieben worden, gilt das, was er sagt. Man kann sich sogar einige spezielle Aktivitäten bei Krankheit attestieren lassen, um kein Risiko einzugehen. In diesem Fall kann der Arbeitgeber einen fast nicht kündigen – auch dann nicht, wenn ein Amtsarzt zu einem anderen Ergebnis kommen sollte. Eine Ausnahme greift jedoch, wenn der Angestellte die Erkrankung nur vorgetäuscht hat.

Trotz Krankschreibung ausgehen? Was erlaubt ist und was nicht

Ist man krankgeschrieben worden, dann hat man lediglich eine Pflicht: Man soll nichts tun, was die Genesung behindern oder verzögern könnte. Das sind zum Beispiel Dinge wie schwere körperliche Arbeit, Gartenarbeit oder auch andere Tätigkeiten, welche der Gesundheit zusätzlich schaden könnten. In diesem Fall hat der Arbeitgeber das Recht, den Angestellten zu kündigen. Allerdings muss er hier erst einmal beweisen können, dass der Arbeitnehmer seine Gesundheit gefährdet hat – und das ist in den meisten Fällen kaum möglich.

Aktivitäten bei Krankheit vom Arzt attestieren lassen

Viele Ärzte empfehlen ihren Patienten ausdrücklich, während ihrer Krankschreibung das Haus zu verlassen, um beispielsweise einen Spaziergang oder sogar ein paar Tage zur Kur fahren zu können. In diesem Fall muss man sich keine Sorgen machen, denn all das, was der Genesung zugute kommt, ist auch tatsächlich erlaubt.

Somit gilt: Der Arzt allein entscheidet, was ein krankgeschriebener Arbeitnehmer tun darf und was nicht. All das, was nicht ausdrücklich von ihm verboten wird, ist also grundsätzlich erst einmal erlaubt. Normales Einkaufen, ein Besuch im Kino oder auch trotz Krankschreibung ausgehen am Abend – all das ist kein Problem. Zur Sicherheit kann man sich zusätzlich einige Aktivitäten bei Krankheit attestieren lassen.
Die Krankschreibung gilt als Nachweis dafür, dass der Arbeitnehmer nicht fähig ist, seine Arbeit zu verrichten – und nur das zählt.

Kündigung wenn der Arbeitnehmer die Erkrankung nur vorgetäuscht hat

Prinzipiell kann selbst eine Gegenmeinung von einem zweiten Arzt – dem Amtsarzt – nicht dafür sorgen, dass die erste Krankschreibung unwirksam wird. Eine Ausnahme besteht allerdings dann, wenn der Arbeitnehmer die Erkrankung nur vorgetäuscht hat. Dann kann der Angestellte tatsächlich gekündigt werden. Doch: Auch dies muss der Arbeitgeber erst einmal nachweisen können, was in den meisten Fällen nicht möglich ist.



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