Frauenquote

28. September 2015

Was bringt die Frauenquote?

Männer und Frauen werden am Arbeitsplatz nach wie vor unterschiedlich behandelt. Denn obwohl immer mehr Frauen im Berufsleben stehen und versuchen Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen, erhalten bei der Verteilung der Führungspositionen in den meisten Fällen immer noch Männer den Vorrang. Diesem Ungleichgewicht soll jetzt mit einem neuen Gesetz entgegengewirkt werden. Nach jahrelangen Diskussionen hat der Bundestag im März 2015 ein entsprechendes Gesetz zur Geschlechterquote verabschiedet. Zur Freude von Familienministerin Manuela Schwesig brachte die schwarz-rote Bundesregierung ihren Gesetzentwurf durch und verpflichtet Großunternehmen zu einer Frauenquote von 30 Prozent in den Aufsichtsräten. Bis zum 1. Januar 2016 soll das neue Gesetz von den Unternehmen umgesetzt werden.

Aber nicht nur in den Aufsichtsräten sondern auch im Bereich des Vorstands, sowie in den nächsten beiden Führungsebenen soll laut Gesetz an einer Geschlechterquote gearbeitet werden. Rund 3.500 Unternehmen müssen daher bis zum 30.09.2015 Ziele definieren und veröffentlichen, wie viele Frauen sie bis Mitte des Jahres 2017 befördern wollen. Auch hier wird ein Frauenanteil von 30 Prozent in den Führungspositionen angestrebt.

Die Resonanz auf die Geschlechterquote ist sehr unterschiedlich. Die Quote sei nicht hoch genug, heißt es auf der einen Seite. Andere Stimmen beklagen das Fehlen ausreichend qualifizierter Kandidatinnen für die Führungspositionen. Viele Unternehmen fürchten, dass sie die entsprechenden Vorgaben nicht fristgerecht umsetzen können bzw. dass der Aufwand für die Umsetzung viel zu groß sei. Erfreulich ist jedoch, dass das neue Gesetz einige Prozesse in Gang setzen kann. Flexible Arbeitszeitmodelle und gezielte Förderung von Frauen bieten neue Chancen für weibliche Arbeitnehmerinnen Beruf und Familie zu vereinen.

Geklärt werden muss allerdings noch, auf welcher Grundlage die Personalkennzahlen und damit der Anteil der Frauen in Führungspositionen berechnet werden soll. Eine aktuelle Studie der HKP-Group zeigt, dass wenige Wochen vor dem Stichtag am 30. September 2015 weniger als jedes vierte Unternehmen die vom Gesetz geforderten Zielquoten und Fristen schon definiert hat. Zudem gibt es keine einheitliche Bewertungsgrundlage. Die Mehrzahl der in dieser Studie befragten Unternehmen definierten den Frauenanteil nur auf Basis der deutschen Muttergesellschaft ohne Berücksichtigung der Tochtergesellschaften. Andere schlossen weltweite Tochtergesellschaften ein. Für die Unternehmen ergibt sich dadurch ein großer Ermessensspielraum. Es bleibt daher spannend, welche Vorteile die Frauenquote den Arbeitnehmerinnen tatsächlich bringen wird und wie die Unternehmen die Vorgaben umsetzen.

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