Handyverbot am Arbeitsplatz – kann der Chef die Smartphones verbieten

17. Oktober 2016

Handyverbot am Arbeitsplatz

Ständige Beschäftigung mit dem Smartphone kann für die Mitmenschen in der Umgebung ein Ärgernis sein. Schließlich ist der Handynutzer oft nicht ansprechbar und wirkt wie paralysiert. Das Smartphone am Arbeitsplatz ist erst recht eine Unsitte. Doch kann der Chef ein Handy am Arbeitsplatz verbieten?

Smartphone am Arbeitsplatz – Rechtsprechung

Nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland-Pfalz ist es dem Chef zumindest möglich, die Nutzung der mobilen Privatgeräte am Arbeitsplatz zu untersagen. Der Betriebsrat müsse hierbei nicht einmal zustimmen. Es gehöre zu den wesentlichen Pflichten eines Arbeitsverhältnisses, seine Aufmerksamkeit der Arbeit zu widmen. Ein Handyverbot am Arbeitsplatz ergibt sich daraus nicht. Das Smartphone darf demnach mitgeführt, aber nicht genutzt werden.
Nicht ganz so streng sieht es das LAG Köln. Es vertritt in einem Urteil aus dem Jahr 2004 (Az. 4 Sa 1018/04) die Ansicht, dass ein Verbot von einer einschlägigen Regelung im Arbeits- oder Ausbildungsvertrag abhängt. Fehlt eine solche, könne von einer Duldung der Handynutzung in sozialadäquatem Umfang ausgegangen werden. Als angemessen seien etwa zehn Minuten pro Arbeitstag anzusehen.

Handy am Arbeitsplatz verbieten – gibt es Ausnahmen?

Will ein Chef das Handy am Arbeitsplatz verbieten, darf er dabei nicht willkürlich vorgehen, sondern muss berechtigte Interessen anführen. Dazu gehört etwa der Schutz von Betriebsgeheimnissen. Er hat bei seinen Erwägungen jedoch auch die Belange seiner Mitarbeiter zu berücksichtigen. So muss dem Angestellten die Möglichkeit eingeräumt werden, in Notfällen erreichbar zu sein. Auch darf ihm nicht vorgeschrieben werden, wie er seine unbezahlten Pausen verbringt.



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