Mach mal Pause

14. August 2015

Wer einen Blick ins Arbeitsgesetz wirft, wundert sich – bei einem 8-Stunden-Tag sind gesetzlich lediglich 30 Minuten Pause vorgeschrieben . Das Gesetz kennt also weder den Gang zum Kaffeeautomaten noch die Zigarettenpause oder gar den Gang zur Toilette? Nicht ganz, denn das Gesetz unterscheidet zwischen einer Pause und einer Arbeitsunterbrechung. Weniger als 15 Minuten Arbeitsunterbrechung ist juristisch keine Pause, sondern eben genau das – eine Arbeitsunterbrechung und auch diese hat einen juristischen Schutz.

Empfehlungen, wie bei Bildschirmarbeiten sollte die Arbeit jede Stunde für 5 Minuten unterbrochen werden um die Augen zu schonen – sind genau – eine Empfehlung.

Der Gang zur Toilette, das Trinken von einem Glas Wasser gehören in Deutschland zu den kurzen Unterbrechungen der vertraglich geschuldeten Arbeitszeit. Diese Momente des Arbeitslebens gehören zum Persönlichkeitsrecht. Sie sind also klar notwendig und deswegen auch erlaubt, ohne dass dies eine Pause darstellt.

Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen, wenn der Mitarbeiter auf der Toilette ist, um ungestört seine SMS zu lesen, oder im Internet per Smartphone auf Facebook surft, ist dies klar im schlimmsten Fall Arbeitsverweigerung. Dafür kann man abgemahnt werden und im Wiederholungsfall droht die Kündigung.

Toiletten zum Beispiel mit Videos zu überwachen oder gar durch Ein-und Ausstempeln zu kontrollieren ist in Deutschland, anders als in den USA – ganz klar verboten.

Und die Raucherpausen? Grundsätzlich gilt das Recht der Nichtraucher an einen rauchfreien Arbeitsplatz, als vorrangig vom Arbeitgeber zu beachten. Allerdings haben auch die Raucher rechte, so ist es dem Arbeitgeber vorbehalten, wie er das Nichtrauchergesetz und Raucherpausen umsetzt. Er muss allerdings beiden Seiten gerecht werden.

Wie dies konkret juristisch aussieht, werden wir kommende Woche anhand von aktuellen Gerichtsurteilen etwas näher beleuchten.

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