Mobiles Arbeiten – Datenschutz und Datensicherheit im Arbeitsrecht

17. April 2017

Mobilität ist in der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken und erleichtert Unternehmen wie Mitarbeitern den Arbeitsalltag sehr. Jedoch birgt die Mobilität auch arbeitsrechtliche Besonderheiten, die zu berücksichtigen sind, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Allgemein gilt: Bei sensiblen Daten muss der Schutzstandard entsprechend hoch sein.

Datensicherheit beim mobilen Arbeiten

Die Mitarbeiter sollten mithilfe zusätzlicher Verpflichtungserklärungen auf das Datengeheimnis nach § 5 BDSG hingewiesen werden. Unternehmensseitig sollten Schutzvorkehrungen im Sinne einer Security Policy getroffen werden. Zum Datenschutz beim mobil Arbeiten gehören Passwortregelungen, automatische Bildschirmsperren bei Verlassen des Arbeitsplatzes und Regeln zum sicheren Umgang mit Computerdaten. Auch Schulungen sind wichtig, um auf aktuelle Gefahren hinzuweisen.
Mitarbeiter sollten die Daten keinesfalls auf private Geräte oder Speicher übertragen.
Auch sollten sie nicht an öffentlichen Plätzen arbeiten. Der Einblick oder das Mithören durch Dritte soll verhindert werden.

Datensicherheit beim mobilen Arbeiten – Sicherheitskonzept

Sie möchten mobil Arbeiten und den Datenschutz gewährleisten, dann sollten die Festplatten der Computer verschlüsselt werden. Die Systeme sollten nur nach Passwortfreigabe benutzbar sein. Die Rechte der Nutzer sollten nur unter vier Augen vergeben werden. Es sollten regelmäßige Updates der Virenscanner und Spamfilter erfolgen. Eine sichere Verbindung zum Firmennetzwerk sollte gewährleistet sein. Ferner sollten Notfalllösungen erarbeitet werden und die Daten durch eine Fernsteuerung der Geräte gesperrt werden können.

Arbeitsrecht mobiles Arbeiten

Das Arbeitsrecht setzt dem mobilen Arbeiten Grenzen. So setzt die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) eine regelmäßige Betriebsstätte voraus. Das ist beim Arbeiten in der Bahn oder in Cafés nicht gewährleistet. Der Arbeitsschutz jedoch kommt dem Mitarbeiter nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) in jedem Fall zu. Der Arbeitgeber muss die dazu nötigen Maßnahmen ergreifen. Dazu kann beispielsweise auch die Ermöglichung von Vorsorgeuntersuchungen zählen.
Daneben müssen die Bestimmungen der Bildschirmarbeitsschutzverordnung (BildschArbV) auch im Arbeitsrecht für mobiles Arbeiten eingehalten werden. Die Verordnung legt die Anforderungen fest, die für technische Arbeitsmittel und die konkrete Tätigkeit gelten.

Haftungsfragen und Unfallversicherung

Bezogen auf das Arbeitsrecht ist mobiles Arbeiten nicht ganz unbedenklich, da diverse Risiken durch eine Unfallversicherung nicht gedeckt sind. Im Arbeitsvertrag sollten daher flexible Arbeitszeiten festgelegt werden, die es dem Arbeitnehmer ermöglichen, seine Tätigkeiten individuell zu erledigen. Denn aus dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) ergeben sich strenge Regeln bezüglich der Pausen, der Ruhezeit und der Höchstarbeitszeit. Auf deren Einhaltung sollten Arbeitgeber bestehen und zu diesem Zweck etwa eine ständige Einsatzbereitschaft vertraglich ausschließen.



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