Mündliche Jobzusage?

14. September 2015

Was sind meine Rechte bei einer mündlichen Jobzusage?

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben den Job.“ Die Freude ist groß, wenn dieser Satz nach einem gelungenen Vorstellungsgespräch fällt. Die mündliche Zusage des zukünftigen Arbeitgebers ist rechtlich auch bindend. Aber Vorsicht – bevor Sie jetzt die Sektkorken knallen lassen und Ihren alten Arbeitsvertrag überstürzt kündigen, sollten Sie lieber auf einen schriftlichen Vertrag bestehen. Aufgrund des in Deutschland geltenden Grundsatzes der Vertragsfreiheit, kann ein Arbeitsvertrag zwar formfrei abgeschlossen werden, es bestehen aber gewisse Risiken.

Die Beweispflicht liegt beim Arbeitnehmer

Der Arbeitnehmer muss beweisen können, dass ein mündlicher Arbeitsvertrag abgeschlossen wurde bzw. welche Konditionen vereinbart wurden. Das wird Ihnen sicherlich sehr schwer fallen, wenn es keine Zeugen gibt, die das Vertragsgespräch verfolgt haben. Sie sind in der Beweispflicht. Können Sie keinen Zeugen benennen oder keine Email bzw. sonstige Notizen vorweisen, die die mündliche Absprache bestätigen, haben Sie schlechte Karten.

Einige Tarifverträge sehen den Abschluss von Arbeitsverträgen zwingend vor. Im Normalfall haben Sie jedoch keinen Anspruch auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag. Nach § 2 des Nachweisgesetzes dürfen Sie aber darauf bestehen, die wesentlichen Bedingungen Ihres Vertrages in schriftlicher Form zu bekommen.

Dazu zählen beispielsweise der Beginn, sowie eine mögliche Befristung Ihres Arbeitsverhältnisses. Zudem sollten die Arbeitszeit, der Arbeitsort und eine Beschreibung Ihrer Tätigkeit aufgeführt werden. Einzelheiten zur Vergütung Ihrer Arbeit, Urlaubsansprüche und Hinweise auf geltende Tarifverträge, sowie Betriebs- und Dienstvereinbarungen, zählen ebenfalls zu den wichtigen Bestandteilen.

Mit einem schriftlichen Arbeitsvertrag sind Sie auf der sicheren Seite

In der Regel wird jeder Arbeitgeber Verständnis haben, wenn Sie Ihr mündliches Jobangebot auch als schriftlichen Vertrag bekommen wollen. So haben Sie dann alle wichtigen Informationen zu Ihrem neuen Arbeitsplatz schwarz auf weiß vor sich liegen, und auch der Arbeitgeber ist mit einem Vertrag in Schriftform auf der sicheren Seite. Und wenn dann beide Parteien den Vertrag unterschrieben haben, können Sie endlich auf den neuen Job anstoßen.

Haben Sie Fragen hierzu oder zum Arbeitsrecht insgesamt? Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Heilbronn und Heidelberg – Ich bin gerne für Sie da!



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