Pausen und Ruhezeiten

12. August 2015

Die Dauer der Pausenzeiten sind im Arbeitszeitgesetz festgelegt. Ziel der gesetzlichen Regelung der Ruhezeiten ist der Schutz der Arbeitnehmer. Dabei darf nicht übersehen werden, dass noch vor 100 Jahren Arbeiter keine 8 Stunden Tage hatten und Ruhezeiten gesetzlich nicht geregelt waren. Das Gesetz hat also den Sinn vor Ausbeutung zu schützen und Arbeitnehmer vor Überanstrengungen zu schonen. Im Arbeitszeitgesetz wird nach Paragraf 4 und 5 die Dauer der Pausenzeit bestimmt. Die Regelungen gelten gleichberechtigt für Frauen und Männer. Bei einer Arbeitszeit von 6 bis 9 Stunden hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine 30 Minuten lange Pause. Im Fall, dass der Arbeitnehmer mehr als 9 Stunden arbeitet, hat er einen Anspruch auf eine 45 Minuten lange Pause. Bei einer Arbeitszeit, die weniger als 6 Stunden beträgt, hat der Arbeitnehmer keinen Anspruch auf eine Pause. Die gesetzlich geregelte Pausenzeit kann am Stück oder in Form von kleineren Pausen wahrgenommen werden, jedoch muss eine solche Pause mindestens 15 Minuten betragen. Der Gang zur Toilette oder zum Wasserspender gilt dabei nicht als Ruhezeit, sondern lediglich als kurze Arbeitsunterbrechung. Die Arbeitsunterbrechung hat auch keine Kürzung der Pause zur Folge.

Kurz und knapp formuliert, eine Arbeitsunterbrechung, die weniger als 15 Minuten beträgt, gilt als Arbeitszeit. Laut dem Gesetzgeber werden vier Pausenarten unterschieden und zwar die Arbeitspause, Betriebspause, die Ruhezeit zwischen den Schichten und die Lärm- und Bildschirmpause.

Nach (§ 5 Abs. 1 ArbZG) muss zwischen dem Beginn der nächsten Arbeitsaufnahme mindestens elf Stunden Ruhepause liegen. Von dieser Regelung kann es, nach dem Tarifvertrag (§ 5 Abs. 2 ArbZG), zu Abweichungen kommen, die auch in außergewöhnlichen Fällen möglich sind.

Im Fall einer Sonntagsarbeit muss der Auftragnehmer einen Ersatzruhetag erhalten, der innerhalb von zwei Wochen folgt. Bei Arbeitszeiten, die auf einen Feiertag fallen, sollte nach § 11 Abs. 3 ArbZG der Ersatzruhetag innerhalb von 8 Tagen folgen.

Die Pausengestaltung bleibt jedem Arbeitnehmer selber überlassen. Jeder zweite Deutsche nutzt die Pausenzeiten für den Austausch mit Kollegen oder zur allgemeinen Entspannung.

Bei einer vorliegenden Betriebsvereinbarung ist ein Verbleib im Betrieb in der Pausenzeit möglich. Viele größere Unternehmen bieten Kantinen an, allerdings ist die Betriebsverpflegung nicht juristisch geregelt und Sache der Unternehmen.

Haben Sie Fragen zu Themen rund um das Arbeitsrecht? Fragen Sie uns – Fachanwalt Arbeitsrecht in Heilbronn und Heidelberg steht Ihnen unsere Kanzlei jederzeit offen.



Schlagwörter:

Kanzlei Heidelberg

Heinrich-Neu-Straße 2
69123 Heidelberg
Tel: 06221 75 97 51 2
Karte auf Google Maps

Kanzlei Heilbronn

Roßkampffstraße 8
74072 Heilbronn
Tel: 07131 88 76 777
Karte auf Google Maps