Raucherpause

19. August 2015

Auch, wenn Rauchen immer unpopulärer wird und in der Öffentlichkeit ja fast schon verpönt ist, entsprechend sich auch fast schon nicht mehr schickt, gehört Rauchen jedoch in Unternehmen unter dem Thema „Rauchen am Arbeitsplatz“ immer wieder zu den Dauerbrennern und beschäftigt Arbeitgeber, Arbeitnehmer und deren Vertretungen. Dies nicht nur aus vorbenannten Gründen einer immer mehr aufkommenden „Anti-Raucher-Haltung“, auch aus hygienischen oder Sicherheitsgründen ist an vielen Arbeitsplätzen das Rauchen verboten.

Seit dem 03.10.2002 gelten zum Rauchen am Arbeitsplatz strenge Regelungen.

Die Arbeitsstättenverordnung statuiert unter § 5 der Verordnung Regelungen zum Schutz der Nichtraucher am Arbeitsplatz, lässt dabei jedoch Konkreteres vermissen.

Es ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass Nichtraucher auch am Arbeitsplatz unter dem passiven Rauchen leiden. Arbeitnehmer verbringen die meiste Zeit des Tages an ihrem Arbeitsplatz, sodass, wenn sie dort durch Raucher genötigt werden, dies eine hohe Belastung darstellt. Der Nichtraucherschutz in diesem Sinne umfasst nicht nur die eigentliche Arbeitsstätte/den Betrieb, sondern auch die Lokalitäten in der Umgebung rund um den eigentlichen Arbeitsplatz. Das Thema Rauchen am Arbeitsplatz spielt jedoch auch aus einem ganz anderen Grund eine Rolle: Durch Raucherpausen der Raucher kann es und kommt es regelmäßig zu Betriebsablaufstörungen/Störungen des Arbeitsprozesses, was nicht nur andere nichtrauchende Arbeitnehmer, sondern insbesondere auch die Arbeitgeber stört und entsprechend auch ein wichtiges Thema ist. Auch aus diesem Grund verhängen nicht wenige Unternehmen ein generelles Rauchverbot.

Auch ein anderer Aspekt spielt ein Rolle: Aus vorbenannten Gründen kommt es nicht nur zu Störungen im betrieblichen Ablauf, welche primär den Arbeitgeber tangieren, sondern eben auch zu Streitigkeiten zwischen rauchenden und nichtrauchenden Kollegen, was sich auch negativ auf das Zwischenmenschliche und das Arbeitsklima auswirkt.

In Betrieben mit Zeiterfassung gibt es regelmäßig Streit, weil Raucher der Auffassung sind, dass doch ihre sogenannten „kleinen Raucherpausen“ unerheblich sind und als Pausen nicht erfasst werden müssten. Dies sehen nichtrauchende und in diesen Zeiten durcharbeitende Kollegen ebenso anders wie Arbeitgeber und fühlen sich dadurch in vielfacher Hinsicht benachteiligt. Denn „Nichtraucherpausen“, in welchen Nichtraucher regelmäßig für ein paar Minuten den Arbeitsplatz verlassen und einen Spaziergang machen o.ä., gibt es schließlich nicht und der Arbeitgeber muss die rauchenden Arbeitnehmer sodann ja auch, ohne hierfür eine Gegenleistung zu erhalten, vergüten.

Aus all diesen Gründen birgt das Thema Rauchen am Arbeitsplatz nicht nur viel Potential für Streitigkeiten in jedweder Hinsicht, sondern eben insbesondere auch für juristische Auseinandersetzungen.

Jetzt sollen die Raucher aber auch nicht insgesamt an den Pranger gestellt werden. Das Rauchen ist nach wie vor gesellschaftsfähig und glaubt man den entsprechenden Studien rauchen immerhin noch rund die Hälfte aller Volljährigen regelmäßig und ist dies auch nicht verboten.

Insoweit stellen sich Raucher auch gerne auf den Standpunkt, ein Recht hierzu zu haben und als ein dieser Sucht/Gewohnheit unterlegener Mitarbeiter und Mensch nicht benachteiligt werden zu wollen.

Es macht also Sinn, nicht nur Regelungen zum Schutze der Nichtraucher zu treffen, sondern welche, die die Belange aller, Nichtraucher, Raucher und Arbeitgeber, berücksichtigen.

In Betrieben, in welchen ein Betriebsrat existiert, hat dieser gemäß § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht hinsichtlich solcher Regelungen. Dann macht es Sinn, dass Arbeitgeber und Betriebsrat im Sinne aller Beteiligten eine Betriebsvereinbarung treffen, in welcher das Thema Rauchen am Arbeitsplatz bzw. rund um die Arbeitsstätte ganz klar geregelt ist.

In solchen Betrieben mit Betriebsrat ist dieser Ansprechpartner für Arbeitnehmer, welche sich über Nichteinhalten eines partiellen oder generellen Rauchverbotes beschweren und entsprechende Maßnahmen wissen wollen.

Als Erfolg versprechend im vorbenannten Sinne haben sich insbesondere in größeren Betrieben das Schaffen von speziellen Raucherbereichen sowie die Einführung spezieller Raucherpausen bewährt und stark für den Erhalt eines positiven Arbeitsklimas aller Beteiligten gesorgt.

Rauchende Arbeitnehmer sollten auch stets im Auge behalten, dass, sollte aus welchen Gründen auch immer ein Rauchverbot herrschen, ein Verstoß hiergegen nicht lediglich eine Bagatelle ist, sondern mit einer Abmahnung und im Wiederholungsfalle auch eine Kündigung sanktioniert werden kann.

Fragen rund um das Arbeitsrecht? Fragen Sie uns – Arbeitsrecht Heidelberg und Heilbronn.



Schlagwörter:

Kanzlei Heidelberg

Heinrich-Neu-Straße 2
69123 Heidelberg
Tel: 06221 75 97 51 2
Karte auf Google Maps

Kanzlei Heilbronn

Roßkampffstraße 8
74072 Heilbronn
Tel: 07131 88 76 777
Karte auf Google Maps