Vorstellungsgespräch – nicht alles darf gefragt werden

31. Juli 2015

Ein Vorstellungsgespräch soll als Informationsaustausch zwischen dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber dienen. Bei diesem Kennenlernen kann der Arbeitgeber viel über seinen zukünftigen Arbeitnehmer erfahren. Der Arbeitgeber kann Fragen zu den Qualitäten des potenziellen Mitarbeiters stellen, muss jedoch die Privatsphäre des Arbeitnehmers respektieren. Gerade aus diesem Grund ist nicht jede Frage bei einem Vorstellungsgespräch erlaubt.

Erlaubte Fragen bei einem Vorstellungsgespräch

Der Arbeitgeber hat bei einem Vorstellungsgespräch das Recht nur solche Fragen zu stellen, die bei der Entscheidung und der Wahl des Mitarbeiters von Nutzen sind. Zu solchen Fragen gehören Fragen zur Ausbildung, der bisherigen Berufserfahrung, einem allfälligen Wettbewerbsverbot und Fragen zum Familienstand. Zu solchen Fragen kann auch ein Fragebogen erstellt werden, der alle notwendigen Informationen

zusammenfasst. Alle anderen Fragen drängen zu sehr in die Privatsphäre ein und sind für die Wahl des Mitarbeiters nicht relevant.

Unerlaubte Fragen bei einem Vorstellungsgespräch

Zu den Fragen, die bei einem Vorstellungsgespräch verboten sind, gehören Fragen, die tief in die Privatsphäre greifen. Bei solchen Fragen hat der potenzielle Arbeitnehmer das Recht auf eine Notlüge, wobei keine strafrechtlichen Konsequenzen bestehen. Wenn bei zulässigen Fragen gelogen wird, kann der Arbeitsvertrag von dem Arbeitgeber angefochten werden. In diesem Falle kann der Arbeitsvertrag als ungültig erklärt werden. Eine zusätzliche Kündigung ist nicht von Nöten.

Fragen zum Gesundheitszustand gehören zur Privatsphäre und sind grundsätzlich verboten. Nur bei einer ansteckenden Krankheit, die Dritte gefährden kann, muss der Arbeitnehmer darüber informieren.

Eine Diskrimination von Frauen und behinderten Personen ist mit Fragen zur schwere der Behinderung oder einer Planung für eine Schwangerschaft unzulässig. Auch in solchen Fällen hat man das Recht auf eine Notlüge, die die Privatsphäre schützt.
Fragen zur Strafbarkeit des Arbeitnehmers gehören zur Privatsphäre, es sei denn, dass diese Information für die angebotene Arbeitsstelle wichtig ist. Diese Fragen sind zum Beispiel bei der Arbeitsstelle als Chauffeur und Strafen wegen Trunkenheit am Steuer oder Fahrerflucht berechtigt.

Fragen zu den Schulden des zukünftigen Arbeitnehmers, dürfen nur dann gemacht werden, wenn bei der antretenden Arbeitsstelle ein direkter Kontakt zu Geldmitteln besteht.

Auch Informationen zum bisherigen Gehalt, bei früheren Jobs, kann der Arbeitgeber nicht verlangen. Die Frage nach einer allfälligen religiösen Zugehörigkeit hat ebenfalls bei einem Vorstellungsgespräch im Regelfall nichts verloren.

Als Fachanwalt Arbeitsrecht mit Kanzlei in Heidelberg und Heilbronn stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.



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